An öffentlichen Universitäten zahlst du pro ECTS-Punkt – 2024/25 im Schnitt 11,95–19,29 €, je nach Region. Aus der EU zahlst du dasselbe wie Einheimische; ohne EU-Pass und Wohnsitz in Spanien oft mehr. Spanien hat 91 Universitäten, davon 50 öffentliche, und über 800 Studiengänge ganz oder teilweise auf Englisch. Hier erfährst du, wie die UNEDasiss-Akkreditierung funktioniert, was ein Monat in Madrid kostet und wie viel du arbeiten darfst.

Spanien hat eine große und vielfältige Hochschullandschaft. Laut SEPIE, der staatlichen Agentur, die spanische Hochschulen im Ausland bekannt macht, gibt es 91 Universitäten: 50 öffentliche und 41 private. Zusammen haben sie 1.111 Fakultäten und Schulen, 594 Forschungsinstitute und 61 Doktorandenschulen.
Neben den Universitäten gibt es spezialisierte Business-, Ingenieur- und Kunsthochschulen. Die öffentlichen Universitäten unterstehen den autonomen Gemeinschaften (comunidades autónomas) – also den spanischen Regionen –, und die Regionen legen unter anderem die Studiengebühren fest.
Die offizielle Liste der Universitäten und Abschlüsse findest du im RUCT-Register des Ministeriums und in der Suchmaschine QEDU („Qué estudiar y dónde en la universidad“ – was und wo man studieren kann).
Spanien folgt dem Bologna-System, aber der Bachelor dauert länger als in vielen anderen Ländern:
Manche Masterstudiengänge sind sogenannte másteres habilitantes – sie qualifizieren dich für einen reglementierten Beruf, etwa als Lehrerin oder Lehrer oder als Anwältin oder Anwalt. Das Studienjahr beginnt im Herbst.
Spanien – Bachelorstudiengänge
Spanien – einstufige Studiengänge
Spanien – Masterstudiengänge
Spanien – Promotionsstudiengänge
Meist bewirbst du dich direkt an der Universität; in manchen Regionen läuft die Bewerbung über ein gemeinsames regionales System (preinscripción).
Stammt dein Schulabschlusszeugnis aus einem EU-Land (oder aus einem Land mit einem Abkommen mit Spanien), brauchst du keine Homologation – es wird wie das spanische Bachillerato behandelt. Was du brauchst, ist die UNEDasiss-Akkreditierung – ein Dokument, das deine Noten in die spanische Notenskala umrechnet. Im Zyklus 2026 konntest du sie vom 4. Februar bis zum 1. Dezember online beantragen.
Stammt dein Zeugnis aus einem anderen Land, musst du zuerst beim Bildungsministerium die Homologation beantragen – die offizielle Anerkennung deines Zeugnisses als gleichwertig mit dem spanischen Bachillerato. Solange dein Antrag bearbeitet wird, kann UNEDasiss dir eine vorläufige Akkreditierung ausstellen, sofern deine Universität sie akzeptiert. Endgültig wird sie, sobald du die Homologation einreichst.
Frist für öffentliche Universitäten: Laut UNEDasiss mussten sich internationale Bewerberinnen und Bewerber für 2026/27 bis zum 7. Juli 2026 bewerben. Die meisten öffentlichen Universitäten schließen die preinscripción Anfang Juli, manche haben aber andere Fristen – schau auf der Website deiner Wunschuniversität nach. Brauchst du ein Visum, fang früh an: Du musst es mindestens zwei Monate vor Studienbeginn beantragen (siehe: Aufenthalt und Formalitäten).
Für einen Master bewirbst du dich mit deinem Bachelorabschluss direkt an der Universität. Eine Homologation deines ausländischen Abschlusses durch das Ministerium brauchst du nur, wenn du in Spanien in einem reglementierten Beruf arbeiten willst.
Spanische Schulabgängerinnen und Schulabgänger legen die PAU-Prüfung ab. Mit einem ausländischen Zeugnis musst du das nicht – dein Notendurchschnitt, von UNEDasiss umgerechnet, ist die Grundlage deiner Zulassungsnote (nota de admisión).
Für begehrte Studiengänge lohnt es sich aber, deine Note zu verbessern – um bis zu 4 Punkte. Dafür kannst du an der UNED die PCE (Pruebas de Competencias Específicas) ablegen oder an einer öffentlichen spanischen Universität den freiwilligen Teil der PAU schreiben. Es zählen deine zwei besten Noten in den Fächern, die für deinen Wunschstudiengang am stärksten gewichtet werden.
PCE 2026: Anmeldung vom 16. März bis 28. April, Prüfungen in Spanien vom 25. bis 29. Mai. Septembertermin: Anmeldung vom 1. bis 22. Juli, Prüfungen vom 2. bis 8. September.
Die wichtigste Unterrichtssprache ist Spanisch. In Katalonien, Valencia, Galicien und im Baskenland können einzelne Lehrveranstaltungen auch in der Regionalsprache stattfinden – schau in die Studiengangsbeschreibung. Deine Spanischkenntnisse kannst du mit einem Zertifikat wie dem DELE nachweisen, das du an Instituten des Instituto Cervantes und an anderen Prüfungszentren weltweit ablegen kannst.
Laut SEPIE bieten die Universitäten mehr als 800 Studiengänge ganz oder teilweise auf Englisch an – die meisten davon im Master. Dafür verlangt die Universität meist IELTS oder TOEFL. Auch wenn du auf Englisch studierst: Im Alltag hilft dir Spanisch enorm.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR und der Schweiz brauchen kein Visum – du reist mit Personalausweis oder Reisepass ein. Bleibst du länger als 3 Monate, musst du deinen Aufenthalt registrieren. Dann bekommst du eine Registrierungsbescheinigung für EU-Bürger (certificado de registro de ciudadano de la Unión) mit deiner NIE-Nummer – die brauchst du bei der Wohnungsmiete, bei der Bank und für die Arbeit.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR, die länger als 90 Tage bleiben, brauchen eine Genehmigung für einen langfristigen Studienaufenthalt (autorización de estancia de larga duración por estudios) und ein Studentenvisum. Den Antrag stellst du beim spanischen Konsulat in deinem Wohnsitzland, mindestens zwei Monate vor Studienbeginn; bist du schon legal in Spanien, stellst du ihn bei der Ausländerbehörde der Provinz, in der du studieren wirst. Du brauchst unter anderem einen Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist, den Zulassungsbescheid mit einem Nachweis, dass du die Einschreibegebühr bezahlt hast, ein ärztliches Attest, ein Führungszeugnis (bei Aufenthalten über sechs Monate), eine Krankenversicherung und einen Nachweis ausreichender Mittel in Höhe von 100 % des IPREM (des öffentlichen Einkommensindex Spaniens) pro Monat – hast du deine Unterkunft im Voraus bezahlt, kann ein niedrigerer Betrag reichen. Bleibst du länger als sechs Monate, musst du innerhalb eines Monats nach der Ankunft persönlich deine Ausländerkarte (TIE) beantragen. Die Genehmigung gilt für die Dauer deines Studiengangs. Hinweis: Auf der Seite des Ministeriums steht der IPREM nicht in Euro, und der Wert ändert sich mit dem Staatshaushalt – frag vor dem Antrag beim Konsulat nach dem aktuellen Betrag.
Krankenversicherung: Bist du in einem anderen EU-Land versichert, bring deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Studierende von außerhalb der EU brauchen eine öffentliche oder private Krankenversicherung mit ähnlichem Schutz wie im spanischen staatlichen Gesundheitssystem – sie ist Voraussetzung für die Aufenthaltsgenehmigung.
An öffentlichen Universitäten zahlst du pro ECTS-Punkt, und den Preis legt die Region fest. Laut Wissenschaftsministerium lag der durchschnittliche Preis pro Punkt im Grado 2024/25 zwischen 11,95 € in Galicien (sowie 12,34 € in Asturien, 12,50 € auf den Kanarischen Inseln, 12,62 € in Andalusien) und 19,29 € in Navarra (18,55 € in Madrid, 18,15 € in Katalonien). Study in Europe schätzt, dass ein Jahr im Bachelor etwa 700–1.700 € kostet und ein Jahr im Master etwa 1.000–3.500 €.
Beispiel: An der Universidad Complutense de Madrid kostet ein Punkt, den du zum ersten Mal belegst, 2026/27 16,92–20,68 €. Zu Beginn zahlst du außerdem 27,54 € für die Eröffnung deiner Studierendenakte und 6,11 € Verwaltungsgebühr. Wiederholst du ein Fach, wird es deutlich teurer – schon beim zweiten Mal 40,02–48,03 € pro Punkt.
Im Master lag der Durchschnittspreis 2024/25 bei 15,76 € pro Punkt für másteres habilitantes und bei 30,04 € für andere Masterstudiengänge. EU-Bürgerinnen und -Bürger zahlen dasselbe wie Spanierinnen und Spanier.
Studierende von außerhalb der EU ohne Wohnsitz in Spanien zahlen an vielen Universitäten mehr – und eine Aufenthaltsgenehmigung zum Studium zählt nicht als Wohnsitz. An der Complutense zahlen sie zum Beispiel im Grado den Preis der vierten Einschreibung und im Máster den der dritten. An der Universidad Carlos III de Madrid (UC3M) kostet sie ein Punkt im Bachelor 2026/27 113,71–136,44 €. Manche Universitäten verlangen von Studierenden aus Ländern, mit denen sie Abkommen haben, den normalen Preis – frag bei deiner Universität nach.
Private Universitäten sind deutlich teurer – bis zu 20.000 € pro Jahr.
Die Lebenshaltungskosten hängen stark von der Stadt ab. Laut Study in Europe gibt eine Studentin oder ein Student in Madrid und Barcelona etwa 1.000–1.200 € im Monat aus, in kleineren Städten etwa 700–900 €.
Die wichtigsten Möglichkeiten:
Plätze in Wohnheimen sind schnell weg – frag deshalb gleich nach der Zulassung im Büro der Universität danach.
Als internationale Studentin oder internationaler Student kannst du an mehreren Stellen nach Unterstützung suchen:
Fang beim International Office deiner Wunschuniversität und auf der Website von SEPIE an.
Bürgerinnen und Bürger der EU/des EWR haben auf dem Arbeitsmarkt dieselben Rechte wie Spanierinnen und Spanier – du kannst neben dem Studium ohne Erlaubnis arbeiten. Für einen Vertrag brauchst du eine NIE-Nummer und eine Sozialversicherungsnummer.
Studierende von außerhalb der EU/des EWR mit einer Aufenthaltsgenehmigung zum Studium dürfen bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten, angestellt oder selbstständig, ohne gesonderte Arbeitserlaubnis – das Recht ist automatisch mit der Genehmigung verbunden. Die Arbeit muss mit dem Studium vereinbar sein und ist auf die autonome Gemeinschaft beschränkt, in der du studierst (plus nahe gelegene Orte in einer Nachbarregion). Arbeitest du mehr als 30 Stunden, kannst du deine Genehmigung verlieren.
Am leichtesten findest du Jobs in Gastronomie und Tourismus, vor allem in der Saison. Für Nebenjobs ist Spanisch praktisch Pflicht. Schau auch beim Career Center deiner Universität vorbei.
Spanien – warum dort arbeiten?
Wie finde ich einen Job im Ausland?
Quellen: Europäische Kommission – Study in Europe (education.ec.europa.eu/study-in-europe), Eurostat, offizielle nationale Studien- und Aufenthaltsportale und Behörden, Eurodesk, enic-naric.net, studiumineuropa.eu. Stand: September 2026.